Thripse bei Cannabis bekämpfen: Raubmilben und Raubwanzen im Vergleich

Was macht Thripse so hartnäckig?

Thripse (Blasenfüße oder Fransenflügler) schädigen Cannabis-Pflanzen durch ihre Saugtätigkeit an Blättern und Blüten. Befallene Stellen zeigen silbrig-schimmernde Flecken mit kleinen schwarzen Kotpunkten. Besonders der Kalifornische Blütenthrips hat sich zu einem hartnäckigen Problemschädling entwickelt, der sich chemisch oft nur unzureichend bekämpfen lässt – nicht zuletzt, weil er sich in Blütenständen und Substratritzen versteckt und die erwachsenen Tiere zudem fliegen können.

Weil verschiedene Nützlinge unterschiedliche Entwicklungsstadien der Thripse bevorzugen, lohnt sich bei stärkerem Befall meist eine Kombination.

Amblyseius cucumeris: der Klassiker gegen junge Larven

Amblyseius cucumeris frisst gezielt Thripse im 1. und 2. Larvenstadium – erwachsene Thripse werden nicht angegriffen. Die Raubmilbe hat zusätzlich eine Nebenwirkung gegen Spinnmilben und Weichhautmilben und ernährt sich auch von Pollen. Da sie sich im Bestand kaum selbst vermehrt, ist eine regelmäßige Wiederholung alle 4–8 Wochen nötig. Sie kommt mit wenig Licht aus und lässt sich daher auch im Winter und unter Kunstlicht einsetzen.

Amblyseius swirskii: die trockenheitstolerante Alternative

Amblyseius swirskii bekämpft neben Thripsen auch Weiße Fliege und Spinnmilben und wirkt zusätzlich gegen Rostmilben. Anders als A. cucumeris verträgt swirskii deutlich trockenere Luft, was sie für viele Indoor-Setups praktischer macht. Sie meidet allerdings Spinnmilbengespinste – liegt bereits ein Gespinst vor, ist eine spezialisierte Raubmilbe die bessere Wahl. Auch swirskii frisst nur bis zum 2. Larvenstadium der Thripse.

Orius laevigatus: die einzige Waffe gegen erwachsene Thripse

Beide Raubmilben haben eine Lücke: Erwachsene, flugfähige Thripse werden nicht bekämpft. Genau hier kommt die Raubwanze Orius laevigatus ins Spiel – sie ist im Sortiment der einzige Nützling, der auch adulte Thripse aktiv aussaugt, nicht nur die Larvenstadien. Als Nebenwirkung bekämpft sie zudem Spinnmilben, Weiße Fliege und Blattläuse.

Wichtig für den Einsatz: Orius benötigt einen Langtag von über 12 Stunden Licht, um aktiv zu bleiben – in der Blütephase mit 12/12-Lichtzyklus lässt die Wirksamkeit nach. Sie eignet sich daher besonders für die vegetative Phase oder Mutterpflanzen unter Dauerlicht.

Die richtige Kombination wählen

  • Vorbeugend / leichter Befall: Amblyseius cucumeris oder swirskii, je nach Luftfeuchte im Grow
  • Stärkerer Befall mit erwachsenen Thripsen: zusätzlich Orius laevigatus einsetzen
  • Kombinierter Befall mit Spinnmilben: swirskii bevorzugen, da sie gegen beide Schädlinge wirkt

Wie bei allen Nützlingen gilt: Je früher der Einsatz erfolgt, desto weniger Tiere werden benötigt und desto zuverlässiger lässt sich eine Massenvermehrung verhindern.